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Aktuelles

Aktuelle Veranstaltungen und Hinweise

Wintersemester 2020/21


Gesprächsreihe: "Grenzenlose Ungewissheit - Gespräche über Grenzen und Pandemie"

 Authoritarianism, Racism and Social Boundaries in the US
A conversation with John Abromeit
In the United States, the extremely worrying course of the pandemic seems to have become entangled with the intensification of racist practices of social segregation. This conversation with John Abromeit is about the question of how this specific crisis constellation of the permanence of racism and social boundaries is at the same time characterized by an upsurge of authoritarian forms of acting, which have reached a hitherto unknown dominance. Here the question arises to what extent a theoretical concept that has dealt decisively with the analysis and critique of the "authoritarian personality", the classical Critical Theory of Society, can also be productive in order to better understand and analyze the current forms of authoritarianism, not only in the USA. John Abromeit is Associate Professor in History, at the Buffalo State University of New York. 

He specialized on Modern European Intellectual History, German History, Critical Social Theory. His book Max Horkheimer and the Foundations of the Frankfurt School.
received great attention and acclaim. He is also the editor of “Transformations of Populism in Europe and the Americas: History and Recent Tendencies”, co-edited with Bridget Chesterton, York Norman and Gary Marotta (London: Bloomsbury Academic, 2016), which received great interest, so that there will be a paperback edition.


In the context of our conversation I would like to emphasize the examination of populism in the article "Critical Theory and the Persistence of Right-Populism"

Jon Abromeit

Medikalisierung der Grenzen
Eröffnung der Gesprächsreihe mit Frau Dr. Sevasti Trubeta
Unter den gegenwärtigen Bedingungen hat sich auch die Erfahrung von Grenzen in den verschiedensten Ausprägungen und in ganz unterschiedlicher Form einschneidend in allen gesellschaftlichen Segmenten verändert. In einer Reihe von Gesprächen möchten wir diese Veränderungen im Hinblick auf das Stichwort Grenze reflektieren. Dabei geht es nicht in erster Linie um Staatsgrenzen allein, sondern auch um gesellschaftliche Abgrenzungsprozesse, Dynamiken von Zuordnung und Ausgrenzung in Zeiten neuer Ungewissheit, wie sie zuvor im privilegierten Teilen Europas lange nicht mehr gekannt wurden. Es geht um die Rekonfiguration von Mental Maps, um Mobilität und deren neue Grenzen. All diese Fragen werden wir in ca. zwanzig-minütigen Gesprächen thematisieren.

Wir eröffnen die Reihe mit Dr. Sevasti Trubeta.

Sevasti Trubeta vertritt eine Professur für Diversity Studies an der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Ihre Forschungsschwerpunkte sind insbesondere Migration; Flucht; Border Studies, Rassismus und Biopolitik. Ein besonderer Fokus ihrer Forschung liegt auf der Konstruktion sozialer Subjekte mittels körperbezogener und Gesundheits- bzw. Krankheitsdiskurse.

Von 2009 bis 2016 war Sevasti Trubeta Assistenzprofessorin, Institut für Soziologie, Universität der Ägäis Griechenland in Mytilini auf Lesbos und kennt somit die Entwicklung der Situation von Flüchtenden aus eigener Anschauung. Dort hat sie sich auch ganz praktisch engagiert. Sevasti Trubeta war Mitgründerin und bis 2015 Koordinatorin des Antirassistischen Monitoring der Universität der Ägäis und auch Mitglied der Einbürgerungskommission (Präfektur der Nördlichen Ägäis (Griechenland), wo sie die Greek National Commission for Human Rights/NCHR vertrat.


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In den Jahren zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte, Osteuropa-Institut, Freie Universität Berlin, wo Sevasti Trubeta an ihrem DFG-Drittmittelprojekt: Daraus hervorgegangen ist 2013 ihr viel beachtetes Buch Physical Anthropology, Race and Eugenics in Greece 1880s-1970s. (Leiden & Boston: Brill Academic Publishers 2013).

Derzeit ist eine weitere sehr interessante und aktuelle Publikation im Erscheinen, die auch Anlass für unser Gespräch war: „Medicalising Borders: Selection, containment and quarantine since 1800“ bei Manchester University Press, das sie gemeinsam mit Christian Promitzer und Paul Weindling herausgibt.

Academia.edu Profil von Frau Dr. Trubeta

 

Ankündigung Veranstaltung: 
Writing on borders and Albanian migration

 

Die Südosteuropa-Gesellschaft und das Berliner Zentrum für transnationale Grenzforschung "Border Crossing:Crossing Borders" an der Humboldt Universität zu Berlin laden ein:

Writing on borders and Albanian migration Lecture with

Prof. Dr. Gazmend Kapllani (DePaul University, Chicago)

 

Discussion with:

Dr. Belfjore Zifla (University of Tirana)

and

Prof. Dr. Christian Voß (HU Berlin)

 

Moderator: Dr. Agata Rogoś (HU Berlin) Wednesday, 13th of January 2021, 6-8pm: ZOOM

Mehr Informationen zur Veranstaltung 

 

Gazmend Kapplanis viel beachtetes Buch "Unentbehrliches handbuch zum Umgang mit Grenzen" ist dieses Jahr bei Edition Converso erschienen. 

Mehr Informationen zum Buch

 

kapllani cover

 

Lehrveranstaltungen Wintersemester 2020/21

Vorlesung - Online, Mi 14-16 Uhr

Claudia Bruns

Körper des Kollektivs – Figurationen des Politischen

 

Diese Vorlesung möchte sich mit den komplexen Relationen zwischen Individual- und Kollektivkörper aus einer historisch-genealogischen wie machtkritischen Perspektive befassen. Ausgangspunkt ist der Befund, dass der Körper ein zentraler Ort gesellschaftlicher und politischer Aushandlungsprozesse ist. Zwischen sozialem, symbolischem und physischem Körper findet ein ständiger Austausch von Bedeutungsgehalten statt. Fein justierte Regierungs- und Disziplinartechniken definieren in der Moderne die Grenzen zwischen legitimen Körpern und illegitimen, ‚anormalen‘ Körpern des Kollektivs: seien sie vergeschlechtlicht, (homo)sexualisiert, ethnisiert oder rassisiert. Insofern gehören die Grenzen des Körpers dem Selbst niemals voll und ganz (Butler). Doch auch in der Vormoderne gab es spezifische Relationen zwischen physischen und symbolischen Körpern, die mit bestimmten Grenzziehungen, Repräsentationen und Topologien verbunden waren. Die Vorlesung möchte anhand ausgewählter Fallstudien und theoretischer Überlegungen in eine intersektional angelegte Körper- und Geschlechtergeschichte des Politischen einführen.

Weitere Informationen

 

BA Seminar: Di. 14-16 Uhr, Beginn: 3.11.
Nenad Stefanov

Grenzen in Südosteuropa - Von imperialen über nationale Trennlinien zur post-territorialen Ordnung der Gegenwart


Die Pandemie, sowie die Fluchtbewegungen vor fünf Jahren haben deutlich die These dementiert, nationalstaatliche Grenzen würden zunehmend bedeutungslos. Im Gegenteil. Es wird ein neues Bedürfnis nach materialisierbaren Grenzen bei den verschiedensten gesellschaftlichen Akteuren deutlich.

Dem Balkan kam dabei eine doppelte Zuschreibung zu: einerseits war es die „Balkanroute“ auf der die Flüchtenden nach „Europa“ kamen, andererseits sollten auf dem Balkan möglichst hermetische Grenzen errichtet werden, um eine weitere Passage zu verhindern.
Zugleich wurde schon mit der Errichtung der habsburgischen Militärgrenze der „Orient“ als Ursprung von Seuchen imaginiert, gegen die dieser „Cordon Sanitaire“ Schutz bieten sollte.
Das Seminar stellt die Dialektik von Kommunikationslinien und Abgrenzung in historischer
Perspektive in den Vordergrund, bis hin zu jenen Grenzen die gewaltsam vermittels ethnischer Säuberungen in den Kriegen der 1990er Jahre geschaffen wurden und thematisiert damit auch die Frage nach der Bedeutung von Grenzen im Europa der Gegenwart.

 

Sommersemester 2020


Lehrveranstaltungen Sommersemester 2020

 

MA Seminar: Mo. 10-14 Uhr, 14tägig (Begleitseminar zur Vorlesung), Beginn: 27.4. 

An den Grenzen: Un/Re/Making Europe 

Zusammen mit Regina Römhild (Europäische Ethnologie) und Nenad Stefanov (Geschichtswissenschaften)

Das Seminar verfolgt aus historischer, kultur- und genderwissenschaftlicher sowie europäisch-ethnologischer Perspektive zentrale Fragestellungen einer Kritischen Europäisierungsforschung. Ausgangspunkt ist dabei die Beobachtung, dass Europa und auch das heute geläufige Format der Europäischen Union nicht fraglos gegeben ist, sondern ein durch viele Prozesse und Akteure hergestelltes, von vielen Seiten umkämpftes, gefährdetes, de/konstruiertes politisches und kulturelles Projekt. Europa ist permanent „in the making“.

Wichtige Schauplätze und Baustellen, in denen „das Europäische“ im Verhältnis zu und in Verflechtung mit „Anderen“ hergestellt wird, sind Grenzen. Das Seminar wird „Europa als sich ständig wandelnde Produzentin und Produkt von Grenzverhältnissen beleuchten.

Am Seminar können auch interessierte Promovierende teilnehmen. Thematisch relevante Promotions-, aber auch geplante Master-Forschungen können vorgestellt und diskutiert werden. Die Lehrveranstaltung ist zugleich als Forschungslabor des Interdisziplinären Zentrums transnationale Grenzforschung „Border Crossing - Crossing Borders“ der HU (https://crossingborders.hu-berlin.de/de/ueber_uns) konzipiert.

Bitte beachten: Beginn: 27. April,  weitere Termine: 11. Mai, 25. Mai, 8. Mai, 22. Juni, 6. Juli

Prüfungsformen: Mdl. MAP, schriftl. MAP

Teilnahmevoraussetzung: Anmeldung u. vorbereitenden Lektüre erforderlich über: Jana Storch, storchja@hu-berlin.de 

 

"Yugoslav History in a Global Perspective"

Workshop

12.03.2020, Dorotheenstraße 65, Raum 5.57

 

Programm PDF hier

 

Cancelled

Due to international travel restrictions connected to the Sars Cov 2 Pandemic the Summerschool unfortunately had to be cancelled.

Borderless memory?

On the dynamics of b/ordering, remembrance and oblivion in the societies of the Balkans.

Interdisciplinary Summer-School, Ohrid, 6.-13.9.2020

 

Borderless Memory CFP Summerschool Seite 1

Further Information

This summer school, supported by the German Academic Exchange Service (DAAD), which takes place in Ohrid and thus, almost in the center of the Balkans, is primarily aimed at young researchers and academics from this region: Northern Macedonia, Albania, Greece and Bulgaria. The town of Ohrid - situated on a triangle of countries and thus on borders - traditionally stands for the bridging of borders. This is also the main topic of our summer school: how borders are drawn and how they can be overcome. The focus is on how memories, past and history serve to construct closed communities, draw boundaries - and just as much to look on the possibilities to overcome boundaries by reflecting on the past, by analyzing how memories are narrated, how history is created.

 

 

 

 

 

Wintersemester 2019/2020

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GRENZ\RAUM ‒ GRÆNSE\REGION Dänisch-deutsche Geschichte(n) 

Berlin, 29.–31. Januar 2020

 

Tagung am Nordeuropa Institut der Humboldt Universität zu Berlin

 

Zusammenfassung:

Im Jahr 1920 wurde, wie im Versailler Vertrag verfügt, nach einer Volksabstimmung der Grenzverlauf zwischen Deutschland und Dänemark neu gezogen. Vorangegangen war dieser Grenzrevision eine lange und heftige Auseinandersetzung, in deren Zentrum die historische Begründung von Gebietsansprüchen sowie Fragen von nationaler und kultureller Zugehörigkeit standen. Das 100jährige Jubiläum bietet im Jahr 2020 einen willkommenen Anlass, die politischen und gesellschaftlichen Prozesse rund um die Volksabstimmung genauer in den Blick zu nehmen sowie die Folgen und den Umgang mit den getroffenen Entscheidungen näher zu beleuchten.

 

Die international und interdisziplinär ausgerichtete Tagung nähert sich der Thematik mit drei Schwerpunkten. Zum einen sollen die historischen Hintergründe beleuchtet werden, die zur Volksabstimmung von 1920 und der damit verbundenen Grenzziehung führten. Zweitens sollen die Geschehnisse und Akteure rund um die Volksabstimmung eingehender untersucht werden. Schließlich sollen die Folgen der Grenzrevision bis heute beleuchtet werden, hierbei liegt der Schwerpunkt auf der sogenannten Minderheitenpolitik beidseits der Grenze.

 

Gemeinsam ist allen Beiträgen, dass statt der Grenzlinie der Grenzraum in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Analyse rückt. Als hybride Übergangszone, in dem neben nationalen Gegensätzen vor allem vielfältige politische, wirtschaftliche und kulturelle Verflechtungen das Bild bestimmen, kann die Grenzregion zu einem besseren Verständnis dänisch-deutscher Geschichte(n) beitragen.

 

Mehr Informationen auf der Seite des Nordeuropainstituts hier

 

Vollständiges Programm als PDF hier

 

 

 

 

 

Borders and Spaces in South East Europe – Historical and Contemporary Imaginations and Practices of B/ordering

Borders and Spaces in South East Europe – Historical and Contemporary Imaginations and Practices of B ordering14th and 15th November 2019 (1)

Keynote Lecture 

"Here be Dragons: on the crosslocations of the Epirot Balkan borderlands"

SARAH GREEN -

Helsinki University

14.11.19/Institut für Ethnologie/Hausvogteiplatz 5-7/Raum 0007

 

Lecture/Filmscreening: "Geotrauma"

von ANA DANA BEROŠ

und MATIJA KRALJ

15.11.19 /HU Hauptgebäude/Unter den Linden 6/Hörsaal 2091

 

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Sommersemester 2019


Transgressing Boundaries in North Macedonia

Historical narratives, identity constructs, and political interventions in times of change

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Foto: © Agata Rogoś

 

27th of June 2019 (Thursday), 10.00 AM-8.00 PM

Humboldt University of Berlin

Unter den Linden 6

Lichthof Ost (Room 1007), Main Building

In 2017, a bilateral agreement was signed with neighboring Bulgaria. In 2018, another agreement signed with Greece prompted the name change, once again raising concerns and even rage among Macedonian nationalists. Both agreements, the Agreement for Good Neighborly Relations with Bulgaria and the Treaty of Prespa with Greece stipulated the establishment of two separate bilateral commissions that would be charged with examining historical textbooks, establishing a mutual understanding of offensive and provoking content and suggesting more acceptable interpretations of the past in order to ensure relaxed and amiable neighborly relations in the future.

 

What would be the academic assessment of these divisive processes in the Republic of North Macedonia: these are the questions, we will discuss. And what are the reactions of neighboring Greece and Bulgaria to these new developments? Is there a potential to overcome the ethnonational founded narratives of closed communities that prevail in the media-mediated public sphere? What are the possibilities of engaging in a debate about common yet conflicting pasts that transcend the boundaries of ethnic communities?

 

PROGRAM

 

10:00-10:15

Welcoming words

Christian Voss (Humboldt University of Berlin)

 

10:15-12:15

Transgressing boundaries of narratives between Macedonia and Bulgaria

 

Miladina Monova (Bulgarian Academy of Science)

Čavdar Marinov (Paisii Hilendarski University of Plovdiv)

Ljupčo Risteski (Ss. Cyril & Methodius University in Skopje)

Petar Todorov (Institute of National History, Skopje)

 

12:30-14:30 Lunch break

 

14:30-16:30

Transgressing boundaries of narratives between Macedonia and-Greece

 

Tasos Kostopoulos (independent researcher, Athens )

Athena Skoulariki (University of Crete)

Irena Stefoska (Institute of National History, Skopje)

Ana Čupeska (Sts Cyril and Methodius University, Skopje)

 

18:00-20:00

Podium discussion: Communication Unbound?

Perspectives for Northern Macedonia and its neighbors

 

Key note: Florian Bieber (Universität Graz)

Ambiguous Agreements: Addressing Nationalism through International Diplomacy

 

Goran Janev (Sts Cyril and Methodius University, Skopje/ HU Berlin)

Agata Rogoś (Humboldt University of Berlin)

Ioannis Zelepos (LMU München)

 

In cooperation with Logo Südost Gesellschaft

 

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Vorlesung Karten, Körper, Kollektive –Europas Grenzdiskurse seit der Antike

2 SWS, Claudia Bruns

Mi. 14‐16 Uhr, Raum 3075 (UL 6)
Institut für Kulturwissenschaft


In den letzten Jahrzehnten ist die Beschäftigung mit Grenzen international zu einem zentralen Thema avanciert. Beflügelt wurde das große wissenschaftliche Interesse durch Prozesse der Globalisierung, die zwar manche Grenzen durchlässiger werden ließen, jedoch auch zu neuen Verhärtungen von Grenzen beitrugen, etwa an den Außengrenzen Europas oder zwischen den USA und Mexiko. Während sich die Border Studies zunächst auf die Erforschung von zwischenstaatlichen Grenzen konzentrierten, sind nunmehr auch symbolische Grenzen in den Blick gerückt: Grenzen werden nicht mehr nur als Staatsgrenzen, sondern auch als Formen diskursiver Praxis und visueller Bedeutungsproduktion verstanden, die Erfahrung generieren und formieren. Neben postkolonialen, differenztheoretischen und repräsentationskritischen Fragestellungen zum Thema binärer Grenzformationen möchte diese Vorlesung vor allem dem historischen Zusammenspiel zwischen territorialen und anderen symbolischen – vergeschlechtlichten und rassisierten – Grenzfigurationen in der Geschichte Europas von der Antike bis in die Gegenwart hinein nachgehen.

Programm und weitere Infos

 

MA-Seminar Prekäre Körper des Kollektivs: Europa an seinen Grenzen? - Die Menschenrechte in der postkolonialen Diskussion

Claudia Bruns

Mi. 16-18 Uhr (Begleitseminar zur Vorlesung), Georgenstraße 47, R 0.10

 

Die Frage, wer als „Mensch“ gelten darf, ist seit der Antike kontrovers diskutiert und mit sozialen Praktiken des Ein- und Ausschlusses verbunden worden. Anlässlich der 70jährigen Feier der Menschenrechte im Jahr 2018 rückt das Seminar das ambivalente Verhältnis Europas zum Menschenrechtsdiskurs in den Fokus, um nach den Grenzen ihrer Reichweite u. Gültigkeit zu fragen: Einerseits versteht sich Europa seit der Aufklärung als Repräsentant universell geltender Menschenrechte, die als „europäisches Erbe“ herausgestellt werden. Andererseits war die europäische Aufklärung Ausgangspunkt für eine Reihe von modernen Ungleichheitsdiskursen.

Aus einer Perspektive der Kritik wird der „westlichen Moral“ ihre universelle Gültigkeit abgesprochen und die liberale Konzeption der Menschenrechte infrage gestellt. Vor dem Hintergrund dieser Debatten sollen die Aporien universeller Menschenrechte nicht nur kulturtheoretisch und historisch, sondern auch an gegenwärtigen Beispielen, wie dem Umgang der EU mit Geflüchteten an den Außengrenzen Europas, diskutiert werden. Damit ist unweigerlich die Problematik der globalen Ungleichverteilung von (Über)Lebenschancen berührt, die Europas Grenz- und Sicherheitsdiskurse auf ihr Verdrängtes zurück verweisen: auf die Verwobenheit zwischen Europa und „dem Rest der Welt“ sowie eine fundamentale (körperliche) Verwiesenheit aufeinander.

im VVZ

 

Wintersemester 2018/2019


Lecture and Workshop with Didier Fassin (Princeton/Paris)

Lecture: Forced Exile as a Form of Life

Opening with a tragic episode on the Mediterranean, the lecture will first address two questions in reference to Arendt’s reflection on human rights: first, the shift from humanitarian reason to securitarian order in the recent period; second, the response of civil society, including via civil disobedience  but also more mundane actions. Offering then a broader perspective on forced exile, it will analyze it as a form of life, combining a theoretical discussion of Wittgenstein, Canguilhem and Agamben, and an ethnographic research conducted in France and South Africa. From these various perspectives, the fate of these transnational nomads and the way they are treated shed a crude light on the contemporary world.

 

Donnerstag/Thursday, 10.1.2019, 18-20h

Hausvogteiplatz 5-7, 10117 Berlin, Room 0007

Institutskolloquium, Institut für Europäische Ethnologie, HU Berlin

 

Workshop: Borders of Humanitarianism

Workshop Freitag/Friday, 11.1.2019, 9:30-16:00

Institut für Europäische Ethnologie, HU Berlin

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Please consult the whole programme of the lecture series „Ethnographies of the Contemporary: Perspektiven und Positionen einer Anthropologie des Politischen“ by following this link: https://www.euroethno.hu-berlin.de/de/veranstaltungen/institutskolloquium/wintersemester-2018-19/institutskolloquium-wintersemester-2018-19

 

 

Vortrag Prof. Dr. Karin Stögner (Wien/Frankfurt)
Kritische Theorie, Feminismus und das Problem von Universalismus und Partikularismus

Montag, 3.12.2018 16:15  - 17:45 im Pergamonpalais Georgenstraße 47 Raum 4.30

 

 

Podiumsdiskussion: Grenzen in Europa. Wie umgehen mit neuen Herausforderungen?

Nenad Stefanov Diskussion Grenzen in Europa
Foto: © Stiftung Berliner Mauer/ Gesine Beutin

Foto: © Stiftung Berliner Mauer/ Gesine Beutin

Das Bedürfnis nach Abgrenzungen wächst in Europa. Vor diesem Hintergrund diskutiert das Podium die Grenzregime des Kontinents. Der Fall der Eisernen Vorhangs brachte nicht nur ein geeintes Europa hervor: Unweit davon, im zerfallenden Jugoslawien, entstanden gewaltsam voneinander abgegrenzte, ethnisch homogene Gemeinschaften. Das Podium reflektiert solche Ambivalenzen und den Zusammenhang zwischen Migration und Grenzen: Können abgedichtete Grenzen Migration regulieren, und ist die Forderung nach Abgrenzung eine Reaktion auf Zuwanderung? mehr...

Moderation: Harald Asel, Berlin, Inforadio (rbb)

Es diskutieren: Dr. Andrea Despot, Direktorin der Europäischen Akademie Berlin; Dr. Ulrike Jureit, Hamburger Institut für Sozialforschung; Gerald Knaus, Vorsitzender der Europäischen Stabilitätsinitiative; Prof. Dr. Regina Römhild, HU Berlin, Institut für Europäische Ethnologie

Das Podiumsgespräch wird aufgezeichnet und voraussichtlich am Sonntag, 06. 01.2019, um 11.05 Uhr, im Inforadio (rbb) ausgestrahlt. Weitere Infos: https://www.inforadio.de/

In Kooperation mit der Gedenkstätte Berliner Mauer.

Keine Anmeldung erforderlich

Ort: Gedenkstätte Berliner Mauer | Besucherzentrum, Bernauer Straße 119, 13355 Berlin

Donnerstag, 29.11.2018 - 19:00 Uhr

Eintritt frei

 

 

 

Podiumsdiskussion: Serbien als europäische Avantgarde? Was der Populismus der 1980er Jahre mit dem europäischen von heute zu tun hat

Donnerstag, 1. November, 18:00 - 20:00

 

Podium
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Mit:

  • Dubravka Stojanović, Historikerin, Universität Belgrad
  • Ivan Čolović, Ethnologe, Autor und Verleger
  • Thomas Bremer, Theologe, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Moderation: Nenad Stefanov, Interdisziplinäres Zentrum für Grenzforschung Crossing Borders Humboldt-Universität zu Berlin

Der Balkan firmiert für einen beträchtlichen Teil der Öffentlichkeit üblicherweise als Gebiet, in dem alte Geister ihr Unwesen treiben, gefangen in ewig gleichen, sich wiederholenden Kreisläufen ethnischen und religiösen Hasses. Da diese uralt seien und auf starken „Volksempfindungen“ beruhten, lasse sich von außen nichts bewirken. Doch spätestens mit dem Aufschwung völkischer und damit ethnonationaler Phantasien in Teilen der EU büßen die Entwicklungen auf dem Balkan einiges von ihrer vorgeblichen Exotik ein. Nicht zuletzt der Wahlsieger Trump wurde mit Slobodan Milošević und dessen Weg an die Macht verglichen.

Protagonisten ethnischer Homogenität, von denen man dachte, sie seien schon lange marginalisiert, erlangen in den Gesellschaften Europas, insbesondere in einigen der EU eine neue Sichtbarkeit. Das dem östlichen oder südöstlichen Europa zugewiesene Stigma von der Obsession zur ethnischer Eindeutigkeit etabliert sich in einigen der historisch dafür besonders anfälligen Gesellschaften des westlichen Europas als zunehmend dominant. Ein Blick zurück auf die Krise in Ex-Jugoslawien, die dem Krieg voranging, kann daher in zwei Richtungen hilfreich sein:

  • Erstens im Hinblick darauf, wegzukommen von essentialisierenden Zuschreibungen, die Nationalismus und Populismus auf dem Balkan archaisieren. Damit wird unterstellt, dass „es“ „dort“ immer schon so war und in letzter Konsequenz die Möglichkeit der Veränderung dieser Gesellschaften bestritten.  
  • Zweitens danach zu fragen, welche Momente aus der kritischen Auseinandersetzung mit dem Populismus in Ex-Jugoslawien heute für eine Analyse des Populismus in der EU genutzt werden können.

Sprache: Bosnisch/Kroatisch/Serbisch-Deutsch mit Simultanübersetzung

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Eine Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung.
 
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Georgenstraße 47, Raum 0.12, Erdgeschoss (Institut für Kunst und Bildgeschichte)

 

 

 

Vortrag und Workshop mit Elizabeth Cullen Dunn (Indiana University, Bloomington)
Vortrag
Dienstag, 23.10.2018, 14-16 Uhr
Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0007
Institutskolloquium, Institut für Europäische Ethnologie, HU Berlin
 
Badiou out of Place: Multiplicities, Ontologies, and the Lived Experience of Forced Migration
 
 

How do we define political events and the subjects who carry them out? These are fundamental questions taken up by the philosopher Alain Badiou, who has developed a complex theory to explain both "the normal situation" and "the Event" which ruptures it to create a radically different world. Badiou's vision is of a heroic political subject and of an Event that constitutes revolution. But the recent movement of millions of refugees and the "crisis" of forced migration challenges Badiou's notion of both the Event and what it means to be a political subject. Using the lived experiences of forced migrants, I retheorize the Event as an explosion, trace the crisis of coherence and meaning it creates for displaced people, and argue for a rich conception of "the political" as the process of constituting a coherent and actionable world in the wake of cataclysm. In doing so, I seek to reframe who counts as a political actor and rethink what kind of action counts as politics.

 

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Interview: Nenad Stefanov in hr2 Kultur Sendung Der Tag "Vor dem Sofa liegt die Straße - Wofür wir demonstrieren" am 9.10.2018

Thema: Der europäische Populismus und neue Grenzziehungen

 

Die gesamte Sendung kann hier angehört werden.

 

 
Interdisziplinäres ForschungskolloquiumBorder Studies und kritische Migrationsforschung“, Schwerpunkt: Die Grenzen Europas - Vom Menschenrechtsdiskurs zu den Politiken des Humanitären

 

Koll. für MA/BA-Studierende u. Doktorand_innen:

R 4.30, Georgenstr. 47, 4. Stock, Institut für Kulturwissenschaft

Mo. 14-18 Uhr, 1. Termin 22.10., Achtung: 16-18 Uhr 

 

An der HU Berlin wurde 2016 das Zentrum für transnationale Grenzforschung „Border Crossings - Crossing Borders“ gegründet, das seither ein interdisziplinäres Forschungskolloquium veranstaltet. Dieses wird getragen vom Institut für Europäische Ethnologie (Labor Migration und Labor Kritische Europäisierungsforschung) sowie der Professur für Historische Anthropologie und Geschlechterforschung am Institut für Kulturwissenschaft und von Vertreter_innen der Geschichtswissenschaften. Es versteht sich als Werkstatt für die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen europäischer Grenz- und Migrationsforschung und wird von allen beteiligten Lehrenden gemeinschaftlich gestaltet.

 

In diesem Semester liegt der Schwerpunkt auf der gemeinsamen Auseinandersetzung mit grundlegenden Texten, die sich mit dem ambivalenten Verhältnis Europas zum Menschenrechtsdiskurs befassen. Einerseits versteht sich Europa spätestens seit der Aufklärung als Repräsentant universell geltender Menschenrechte, die zugleich als „europäisches Erbe“ herausgestellt werden. Andererseits führte dasselbe Europa massive Ungleichheiten und Rassismen, zuletzt an den heutigen Grenzen der EU ein. Dabei werden die aktuellen Verhandlungen von Europas Grenzöffnungen oder -schließungen ihrerseits als „humanitäre Frage“ diskutiert.

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