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Abb.: M. Zalewski

Berliner Institut für Islamische Theologie (old)

Prof. Dr. Serdar Kurnaz

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Professor für Islamisches Recht in Geschichte und Gegenwart

 

Sitz: Hannoversche Straße 6, 10115 Berlin, Westflügel, R. 3.27
Email: serdar.kurnaz@hu-berlin.de
Tel.: 030 2093 98063

 

 

 

 

 

Forschungsschwerpunkte

  • Islamisches Recht und seine Methodologie
  • islamische Ethik und Rechtsphilosophie
  • Hermeneutik der schriftlichen Quellen des Islam
  • Koranexegese
  • Geschichte des Hadith

Kurzvita

Serdar Kurnaz studierte in Frankfurt am Main an der Goethe-Universität Islamische Religion, jüd.-christl. Religionswissenschaften und Pädagogik, promovierte dort auch im Fach Islamische Studien. Kurnaz war von 2015 bis 2016 Direktor am Schweizerischen Zentrum für Islam und Gesellschaft der Universität Freiburg (Schweiz) und war von 2016 bis 2019 Juniorprofessor für Islamische Theologie an der Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg.

Lebenslauf

Publikationsliste

 

Interview mit Prof. Kurnaz

Die Denomination Ihres Lehrstuhls lautet „Islamische Recht in Geschichte und Gegenwart". Was verbirgt sich dahinter?

Die islamrechtliche Tradition vereint verschiedene rechtswissenschaftliche Disziplinen. Sie beschäftigen sich mit Fragen wie: Wie können Handlungen religiös eingeordnet werden? Welche Handlungen müssen Muslime vermeiden, welche vollziehen? Wie können die religiösen Quellen gelesen werden, um zu verstehen, welche Handlungen und Haltungen islamisch legitim sind? Wer hat die Kompetenz und Autorität, über diese Fragen zu entscheiden? Die Professur geht diesen Fragen und den Lösungsansätzen in Geschichte und Gegenwart nach.

Welche Forschungsfrage treibt Sie aktuell um?

Im Moment steht im Mittelpunkt meiner Forschung die Frage nach einer möglichen Islamischen Rechtsphilosophie, also eine Rechtsphilosophie, die sich mit Fragen beschäftigt, die sowohl in der Geschichte des islamischen Rechts zu finden sind als auch zeitgenössische, rechtsphilosophische Fragen wie die Frage nach Gerechtigkeit, Ethik, Autorität, Erkenntnislehre und Hermeneutik fragt.

Welches ist Ihr wichtigstes Ziel als Hochschullehrer? Was können Studierende von Ihnen lernen?

Mein Ziel ist es, die Islamrechtstradition, so gut es geht, in ihrer Breite zu verstehen, sie kontextuell einzuordnen und die Frage zu stellen, wie das islamische Recht heute in unserer Gesellschaft sein kann. Ein Beispiel dafür ist die Einordnung medizinethischer Fragen: Muslimische Ärzte erleben tagtäglich, dass Entscheidungen über Leben und Tod getroffen werden müssen: Soll eine Behandlung unterlassen werden, weil sie tödlich enden könnte, was aber zur Folge hätte, dass man eine mögliche heilende Maßnahme unterlässt? Ist es aus dem islamischen Recht heraus erlaubt, solche Maßnahmen zu unterlassen oder müssen Ärzt:innen jede Therapie ausführen?

Wie ist Ihr Eindruck von Berlin? Warum ist Berlin ein guter Ort für die Islamische Theologie?

Berlin ist eine bunte Stadt. Sie bietet viele Möglichkeiten der Begegnung sowohl auf akademischer Ebene als auch auf der Ebene der aktuellen religiösen Praxis in ihrer Vielfalt. Diese Vielfalt, die auch das BIT abbildet, ist eine große Chance für die Islamische Theologie als eine Wissenschaftsdisziplin.